179 Nischen, 34 Datenpunkte: Was wir gefunden haben

Wenn man SaaS für eine Branche bauen will, braucht man keine „geile Idee". Was man braucht ist einen Markt, der Software nicht nur dringend braucht, sondern dafür auch bereit ist, zu zahlen. Ich hab mir die 179 Nischen in meinem Datensatz genau unter dieser Brille angeschaut, was springt einem dabei ins Auge?

Die digitale Lücke ist oft dort, wo Software-Suchen am teuersten sind

Eine der spannendsten Korrelationen ist diese, in Branchen, in denen wenig IT-Personal gesucht wird, sind die Klickpreise für Software-Keywords oft besonders hoch. Das klingt erstmal paradox, sollten digital schwächere Branchen nicht weniger nach Software fragen? In der Praxis ist es eher umgekehrt, die Branche kommt selbst nicht hinterher, also greift sie zu fertigen Lösungen. Und sie ist auch bereit, dafür zu zahlen.

Auffällig in meinen Daten:

  • Im Handwerks-Bereich (z.B. Sanitärinstallation) ist die IT-Personalquote niedrig, aber die Software-Klickpreise gehören zu den höchsten überhaupt.
  • Bei Tierarztpraxen ähnliches Muster, technisch wenig durchdrungen, dafür klar messbare Zahlungsbereitschaft.
  • Druckereien, ein klassisches stationäres Gewerbe, überraschen mit einem teuren Software-Such-Markt.

Groß heißt nicht gut

Die intuitive Antwort wäre, bau für die größte Branche, die du finden kannst. In meinen Daten sind das Energieversorger, Handel und Gesundheitswesen. Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man schnell, warum das kein guter Plan ist:

  • Energieversorger sind ein Oligopol. Wer hier nicht enterprise-tauglich ist, kommt nicht rein.
  • Handel hat im oberen Segment Inhouse-IT-Teams, die kaufen nichts von einem kleinen SaaS-Anbieter.
  • Gesundheitswesen ist regulatorisch derart blockiert, dass Innovation jahrelang braucht.

Aus dem Grund schaue ich nicht auf die reine Unternehmenszahl, sondern darauf, wie fragmentiert die Branche ist, also wie viele kleine bis mittlere Unternehmen wirklich eigenständig entscheiden können. Bei Energieversorgern sind das zweistellig, bei Steuerberatern Zehntausende. Erst diese Kombination zeigt, wo Bottom-up-Vertrieb überhaupt machbar ist.

Der Sweet Spot

Wenn ich nach dem suche, was ich am ehesten als „Sweet Spot" bezeichnen würde, dann ist das die Kombination aus drei Faktoren, also solides Wachstum, niedrige Digitalisierung und messbare Kaufkraft. In meinem Datensatz erfüllen rund 17 Branchen alle drei Kriterien gleichzeitig, das ist eine relativ kurze Shortlist und ich glaube, sie ist es wert, dass man sie sich genauer anschaut.

Wenn du da konkret reingehen willst, öffne das Ranking öffnen, Perspektive „Wachstum & Dynamik" aktivieren, und nach den Sektoren filtern, in denen du selbst Branchenkenntnis hast. Das ist mein Startpunkt und meiner Erfahrung nach der schnellste Weg zu einer Shortlist, mit der man wirklich anfangen kann.