Konkurrenzanalyse: So bewertest du deine Branche in 10 Minuten

Eine Konkurrenzanalyse bewertet den Wettbewerb in einem Markt anhand von fünf zentralen Kennzahlen: Unternehmensanzahl, Insolvenzquote, Gründungsrate, Klickpreise im Werbe-Markt und Digitalisierungsgrad. Mit diesen Daten lässt sich für jede deutsche Branche in unter zehn Minuten ein klares Bild zeichnen, vorausgesetzt, die Daten sind bereits aggregiert. Für 179 deutsche Nischen sind sie das auf Nischenradar.

Was gehört in eine Konkurrenzanalyse?

Eine vollständige Konkurrenzanalyse beantwortet zwei Fragen: Wie groß ist der Markt insgesamt? und Wie sieht die Konkurrenz konkret aus? Die erste Frage liefert die Makro-Daten (Branchengröße, Wachstum). Die zweite Frage zerlegt den Markt in die einzelnen Player und schaut, wie sie sich online präsentieren.

Beide zusammen ergeben eine belastbare Aussage darüber, ob ein Markteinstieg sinnvoll ist. Ohne die erste Hälfte hat man Wettbewerber-Listen ohne Kontext. Ohne die zweite Hälfte hat man Branchenstatistik, aber kein Gefühl für die tatsächliche Konkurrenzsituation.

Konkurrenzanalyse Vorlage mit echten Branchendaten

Eine praktikable Vorlage besteht aus fünf Datenfeldern, die pro Branche ausgefüllt werden:

  1. Anzahl Unternehmen in Deutschland, Quelle ist die amtliche Branchenstatistik.
  2. Insolvenzquote, wie viele Insolvenzen pro Jahr im Sektor, in Prozent der aktiven Unternehmen.
  3. Gründungsrate, Neueintragungen minus Schließungen, als jährlicher Saldo.
  4. Klickkosten im Werbemarkt, durchschnittlicher CPC für relevante Keywords. Hohe CPCs = umkämpfter Markt.
  5. Digitalisierungsgrad, wie viele der Unternehmen suchen IT-Personal, haben eine eigene Website, sind in Online-Verzeichnissen.

Pro Datenfeld dauert die Recherche normalerweise 20–40 Minuten, wenn man jede Zahl manuell zusammensucht. Pro Branche kommen so leicht zwei Stunden zusammen, bei drei zu prüfenden Branchen ist man bei einem Arbeitstag.

Konkurrenzanalyse Beispiel: Fitnessstudios

Konkret an einem Beispiel die Fitnessstudios. Die Branche umfasst rund 9.300 aktive Studios in Deutschland. Das Suchinteresse ist saisonal stark, Januar-Peak nach den Neujahrs-Vorsätzen, aber im Jahresschnitt stabil bis leicht rückläufig. Die Insolvenzquote liegt im moderaten Bereich, mit deutlichen Spitzen während der Pandemie-Jahre.

Was die Branche schwierig macht, ist der hohe Konzentrationsgrad bei einigen großen Ketten (FitX, McFit, Clever fit), die mit niedrigen Preisen den Markt drücken. Wer als unabhängiger Studiobetreiber einsteigt, konkurriert lokal mit anderen kleinen Studios und obendrein mit diesen Ketten. Die Klickkosten für „Fitnessstudio in <Stadt>" liegen entsprechend hoch.

Was die Branche interessant macht, ist die Digitalisierung steht noch ziemlich am Anfang. Viele unabhängige Studios haben keine eigene Buchungssoftware, keine App, kein CRM. Für Software-Builder ist das ein Markt, der noch nicht durchgesättigt ist, anders als beispielsweise Zahnarztpraxen, wo es bereits etablierte Praxisverwaltungssysteme gibt.

Unterschied Wettbewerbsanalyse und Konkurrenzanalyse

In der Praxis werden die Begriffe oft synonym verwendet, es gibt aber einen feinen Unterschied. Eine Konkurrenzanalyse fokussiert auf die konkreten Wettbewerber, wer macht was, wie sieht der Markt aus, wer dominiert. Eine Wettbewerbsanalyse ist breiter angelegt und umfasst zusätzlich Marktgröße, Wachstum, Risiko, also auch Faktoren, die nicht von einzelnen Wettbewerbern abhängen. Noch eine Stufe darüber sitzt die Branchenanalyse, die eine ganze Branche als Markt bewertet.

Für einen Businessplan brauchst du typischerweise beides. Die Konkurrenzanalyse zeigt, mit wem du es konkret zu tun hast. Die Wettbewerbsanalyse zeigt, ob der Markt selbst überhaupt trägt.